Gedenken allein reicht nicht

Bild: CC-BY Freedom II Andres

Angelika Beer, Mitglied der PIRATEN-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag sowie des Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND), mahnt angesichts des 70. Jahrestages von Hiroshima und Nagasaki zur Verantwortung gegenüber der Geschichte, ein Zeitpunkt des Gedenkens und auch der unrühmlichen deutschen Rolle in diesem Kapitel.

„Der zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Beschuss der Halbinsel Westerplatte – durch das deutsche Schulschiff ‚Schleswig-Holstein‘ – und endete im August 1945 nach sechs grausamen Jahren mit der Kapitulation des japanischen Kaisers nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Doch leider scheint die internationale Gemeinschaft, und Deutschland im Speziellen, die hieraus zu ziehenden Lehren zunehmend zu ignorieren.

2015 wie auch 2012 werden um die 2.000 Atomwaffen ständig in höchster Alarmbereitschaft gehalten. 2012 gab es weltweit rund 4.400 – heute soll es mehr als 16.000 geben. Das ist Wahnsinn.

Am 23. Mai 2015 ging die jüngste Atomwaffenkonferenz in New York ohne befriedigendes Ergebnis zu Ende. Dessen ungeachtet haben sich jedoch immerhin am Ende der Konferenz 107 Regierungen dazu verpflichtet, für ein Verbot und die vollständige Vernichtung von Atomwaffen einzutreten und sich dem ‚Humanitarian Pledge‘ angeschlossen. Deutschland hat sich allerdings geweigert, diese Initiative ebenfalls zu unterstützen. Wir fordern die Bundesregierung auf, dies unverzüglich nachzuholen, im Sinne der Verantwortung gegenüber der Vergangenheit sowie der Zukunft.

Aufgrund des Konfliktes zwischen Russland und dem Westen drängen US-amerikanische Abgeordnete auf Stationierungen von nuklearen Waffen in den neuen NATO-Staaten. Ein Rüstungswettlauf sowie die Rückkehr der Politik des Kalten Krieges mit immer mehr Nuklearwaffen muss verhindert werden!

Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit. In diesem Sinne lasst uns weiter gemeinsam dafür kämpfen, die nukleare Niederlage der Menschheit abzuwenden: Für eine Vernichtung aller Atomwaffen, für eine atomwaffenfreie Welt.“


Kommentare

Ein Kommentar zu Gedenken allein reicht nicht

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Kommentare geben nur die persönliche Meinung desjenigen wieder, der sie schrieb. Durch die Bereitstellung der Kommentarfunktion machen sich die Betreiber dieser Website die Kommentare nicht zu eigen und müssen daher nicht derselben Meinung sein.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Bevorstehende Termine

Aug
19
Sa
ganztägig Jahrestag: Urteilsverkündung im ...
Jahrestag: Urteilsverkündung im ...
Aug 19 ganztägig
Der Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main begann im Dezember 1963. 20 Personen waren angeklagt, darunter unter anderem Adjutanten des Lagerkommandanten, Mitglieder der Lager-Gestapo und KZ-Ärzte. Überlebende bezeugten die Misshandlungen und Morde und brachten sie ans Licht der deutschen Öffentlichkeit. Auch begegneten sich Täter und Überlebende zum ersten Mal nach der Befreiung des Lagers 1945. Am 19. August 1965 sprachen die Richter zehn Angeklagte wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord an 28.910 Menschen, einen Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes in 342 Fällen, einen wegen Mordes in 14 Fällen und weitere 5 Angeklagte wegen Mordes und gemeinschaftlichen Mordes schuldig. Drei Angeklagte wurden freigesprochen.

Suche

in